Bewegtes Lernen als "Grundnahrung" für Grundschulkinder


BewL versteht sich als Konzept der Bewegungserziehung, das mit Hilfe des kreativen und modernen Kindertanzes und den musikalischen Grundelementen arbeitet.


  • Warum Tanz als Ergänzung zum Schulunterricht? Tanz ist eine ganzheitliche Bewegungserziehung die all unsere Sinne in Anspruch nimmt. Er trainiert die Nah-, wie die Fernsinne. Er beansprucht nicht nur einen punktuellen Bereich im Gehirn, sondern spricht gleichzeitig mehrere Bereiche an und fördert so die Arbeit beider Gehirnhälften und das motorische Zusammenspiel der einzelnen Körperteile. Tanz ist ein nonverbales Kommunikationsmittel und stärkt so zwischenmenschliche Beziehungen.
  • Der kreative Tanz hat die Möglichkeit, gewalttätigen Auseinandersetzungen nicht nur im Schulalltag vorzubeugen, denn Kinder mit einem gestärkten Selbstbewusstsein und Einfühlungsvermögen und für sich und ihre Umwelt geschärften Sinnen, sorgen für ein entspanntes Miteinander und lassen sich von anderen nicht so leicht aus der Bahn werfen.
  • Durch den Tanz haben wir die Möglichkeit, immer wieder neue Bewegungsansätze zu bieten und die Kinder entwickeln zu lassen. Dabei wird Fantasie und Kreativität geschult. Es können auch Gefühle entwickelt und neu entdeckt werden. So wird das Bewegungsmaterial immer wieder erweitert, anstatt ab einem gewissen Punkt unbedingt spezialisiert zu werden.
  • Zum Beispiel wird in der Leichtathletik das Sprinten auf Zeit geübt. Um aber hierbei eine Maximalleistung zu erlangen, muss der Bewegungsablauf soweit perfektioniert werden, bis die gewünschte Leistung erbracht wird, sonst fallen die Schüler/innen aus dem Raster der heutigen Bewertungskriterien.
  • Der Tanz dagegen gibt der kindlichen Persönlichkeit Raum, da selten das Wort „falsch“ im Unterricht zuhören ist, denn im Tanz gibt es meist mehr als eine Lösung. Die Kinder lernen Rücksichtnahme aufeinander und dass jede/r das Recht hat, einmal etwas nicht zu können. Sie können den gewünschten Bewegungsablauf aber Schritt für Schritt erlernen und so an sich selbst entdecken, wie erfolgreich ein Lernprozess sein kann.
  • Die Bewegung schult die Akzeptanz im eigenen Körper, macht aber auch auf Eigenarten und Veränderungen aufmerksam. Sie zeigt dem Kind sowohl seine eigenen Grenzen, als auch die der anderen Kinder im Raum und regt zur Hilfestellung bei Mitschülern/innen an.

Lehrkräfte können ihre Klasse aus einem ganz neuen Blickwinkel sehen, Defizite ihrer Schüler/innen zu erkennen und Material für den eigenen Unterricht heraus zu filtern.

Die Stunde ist als eine Ergänzung zum normalen Unterricht und nicht als Ersatz für beispielsweise Sport- oder Musikunterricht zu sehen. Es wird einmal wöchentlich in den normalen Schulunterricht integriert und von den jeweiligen Klassenlehrern/innen begleitet. Ich unterrrichte diesen Unterricht als ausgebildete Tanzpädagogin.

  • Die „BewL-“ Stunden unterstützen die motorische und kognitive Entwicklung der Kinder, sollen aber auch helfen, Entwicklungsrückstände aufzuarbeiten und das Sozialverhalten zu stärken. Außerdem wird eine gesunde Körperhaltung erarbeitet und erstes anatomisches Wissen vermittelt.
  • Durch Musik und Bewegung wird ein neues Gefühl für den eigenen Körper entwickelt. Die Sinnes- und Wahrnehmungsschulung steht hier an oberster Stelle.
  • Die Bewegung schult die Akzeptanz im eigenen Körper, macht aber auch auf Eigenarten und Veränderungen aufmerksam. Sie zeigt dem Kind sowohl seine eigenen Grenzen, als auch die der anderen Kinder im Raum und regt zur Hilfestellung bei Mitschülern/innen an.

Immer mehr Kinder weisen leider große motorische Schwächen auf. Viele von ihnen können nicht mehr auf einem Bein stehen, rückwärts auf einer geraden Line gehen oder von einem auf das andere Bein hüpfen. Andere zeigen massive Schwächen im Sozialverhalten. Sie haben Probleme sich der Gruppe anzupassen, sich an Regeln und Abmachungen zu halten, Fairness und Empathie anderen gegenüber zu zeigen. Einige von ihnen setzen zu der verbalen Gewalt auch noch Fäuste ein und können ihre innere Wut kaum beherrschen.

Auf der anderen Seite gibt es Kinder, die sich immer weiter zurückziehen und niemanden mehr in sich hineinblicken lassen. Teilweise kann man zwanghaftes und ängstliches Verhalten beobachten. In beiden Fällen fehlt es oft an Unterstützung der Eltern, sei es aus finanziellen Gründen, aus Überforderung oder aus Gleichgültigkeit.

BewL ist der bewegte Unterricht, den viele Kinder heute so dringend brauchen, nicht nur um motorische Schwächen aufzuarbeiten, sondern auch um die Persönlichkeit zu stärken.

 
 
 
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